Über den Tellerrand
Erfolgreich

Über den Tellerrand

Autor: Gudrun Riefer
Seiten: 250
Restdauer: Zeit abgelaufen
Unterstützer:
101 / 100
Kurzbeschreibung

Das Buch beschreibt meine Kindheit und Jugend in meinem Elternhaus, in dem ich auf schlimmster Weise von meiner Familie denunziert wurde.

Beschreibung

Mutter sagte immer, ich solle Kaufmann werden. Oma plapperte es ihr nach. Als ich zur Schule kam, machte sich Vater selbstständig und wurde reich. Mutter sagte jetzt, ich solle Kaufmann werden und später die Firma übernehmen. Ich verweigerte mich immer ihren Plänen, weil ich für sie als Mensch überhaupt nicht zählte, sondern ihr nur nutzen sollte. Sie dachte zudem ganz anders als ich und verstand mich nicht. Alles, das ich tat und sagte, war darum für sie dumm und falsch. Es kränkte mich immer wieder, wenn sie mir sagte, ich sei dumm, und Oma es ihr nachplapperte. Oma plapperte ihr alles nach. Vater glaubte das, weil seiner Meinung nach nur Frauen etwas von Kindern verstehen und seine Frau und seine Mutter das dann wohl beurteilen könnten. Aber auch, weil ich schlecht in der Schule war. Dabei verstand ich alles in der Schule. Sie drohten mir zu Hause mit dem Internat, wenn ich nicht tue, was sie von mir wollten. Ich glaubte, es sei ein Gefängnis für Kinder. Ein dummes Kind wollten sie doch. Aus Angst vor dem Internat stand ich nicht zu mir und ließ mir von allen alles bieten. Das hielten meine Mitschüler und Lehrer für Dummheit und hänselten mich deshalb. Wohl gemerkt, die Lehrer auch. Oft weinte ich hinter der verschlossenen Tür meines Zimmers.

Als ich zwölf Jahre alt war, sagte Mutter völlig grundlos und aus dem Nichts heraus über mich ‚Die Eva ist eine Nutte‘. Darüber lachte Vater sehr. Mutter sprach ihre Behauptung noch einmal beim nächsten Mittagessen aus, ihr Mann lachte wieder wie am Tag zuvor, ihre Schwiegermutter plapperte es ihr nach und ihr Mann lachte noch einmal sehr. Das passierte jetzt bei jedem Mittagessen. Immer und immer wieder wird er darüber lachen müssen. Das war einfach bald klar. Mutter und Oma fanden das Verhalten meines doch biederen Vaters nichts seltsam. Dazu beleidigten mich Mutter und Oma bei jedem Mittagessen aufs Schlimmste und dichteten mir nur Schlechtigkeiten an. Je älter ich wurde, um so schlimmer wurde es. Je schlimmer es wurde, um so stärker musste Vater darüber lachen. Ich weinte jetzt noch viel mehr hinter verschlossener Zimmertür und dachte an Selbstmord, um meinem Martyrium ein Ende zu setzen. Vater verweigerte mir jede Hilfe. Die Sprüche der zwei Frauen und sein Lachen darüber taten ihm doch so gut. Zudem legte Mutter alles gegen mich aus, ließ mir keine Freiheiten und wollte mich von vorne bis hinten bevormunden. Alle glaubten, ich würde mir das ewig gefallen lassen, während ich ihnen das Geschäft weiter führe. Ich versuchte ihnen ab und zu klar zu machen, wie weh mir alles tut und ich sie verlassen werde, wenn sie sich nicht ändern. Aber sie glaubten, ich werde sie nie verlassen. Mutter und Oma erklärten mir zudem, sie würden es nur gut meinen. Dass ich das als schlimm empfand und darunter litt, betrachteten sie ebenfalls als einen Beweis meiner Dummheit. Für sie war das normal. Ich musste meinen 18ten Geburtstag abwarten, um aus diesem Haus heraus zu können und ihre Träume zerplatzen lassen wie Seifenblasen. Mein Leben im Reichtum und Besitz war mir schuldlos vergönnt, obwohl die Voraussetzungen dafür da waren. Wenn ich schon nicht das Geschäft haben konnte, wollte ich Kosmetikerin werden. Wie immer nahmen meine Vormünder mich nicht ernst und schickten mich zu einer Schule, die mir eine kaufmännische Ausbildung ermöglichen sollte. Allerdings erfolglos. Mein Berufswunsch war wieder das Thema. Rigoros gingen sie dagegen vor. Weil hier doch alles da sei. Zudem weil sie den Beruf Kosmetikerin nicht verstanden und hinter diesem Berufswunsch für sie nur Dummheit stecken konnte. Es wurde für mich schlimmer denn je. Ich weinte so sehr hinter verschlossener Zimmertür. 

Mit 18 Jahren hielte mich noch der bevorstehende Führerschein in diesem Haus. Als ich ihn hatte, reiste nach einem bitteren tränenreichen Kampf nach Marbella. Dort wollte ich einen reichen Mann finden, der mir mein Leben in Freiheit und meinen Traumberuf finanziert. Das klappte natürlich nicht. Wir hatten zwar genug Häuser, aber ich wollte eine Wohnung in der Ferne mieten, um nicht mehr von diesen Menschen abhängig zu sein und mich somit nicht mehr von ihnen diskriminieren lassen zu müssen. Vater kam jetzt nur noch zum Lachen an den Mittagstisch. Essen konnte er bei den Sprüchen der zwei Frauen nicht. Ich weinte so sehr wie noch nie hinter verschlossener Zimmertür. Was sie da mit mir taten, verzieh ich ihnen nie. Aber ich ließ mich nicht dadurch bezwingen. Ich wollte doch nur heraus, nichts wie heraus aus diesem Haus und frei von dieser Familie kommen. 

Weil ich kein Geld und keine Arbeit hatte, wollte mir niemand eine Wohnung vermieten. Außer ein windiger Makler, der sonst keinen Mieter für eine sehr unkompfortabele Wohnung finden konnte. Ich unterschrieb den Mietvertrag. Vater hatte dann noch eine Überraschung für mich.

Autor
Gudrun Riefer

Gudrun Riefer

Fanpakete

1 Unterstützer
E-Fanpaket
Du erhältst die E-Book-Ausgabe des Buches, sobald es erscheint.
100 Unterstützer
Buch-Fanpaket
Du erhältst das gedruckte Buch, sobald es erscheint.
0 Unterstützer
Super-Fanpaket
Du erhältst das gedruckte Buch und die E-Book-Ausgabe des Buches, sobald sie erscheinen.
0 Unterstützer
Goldenes Fanpaket
Dein Name erscheint in einer Liste von Fans in der ersten Auflage des Buchs/E-Book, dazu erhältst Du das Buch.
0 Unterstützer
VIP Meet & Read-Fanpaket
Der Autor/die Autorin dieses Buches kommt zu einer Wohnzimmerlesung zu Dir nach Hause. Oder in Deine Firma. Oder in Eure WG. Ganz, wie Ihr es mit dem Autor/der Autorin vereinbart.